Was der Erfolg eines Start-ups mit Nietzsche zu tun hat?

Der Philosoph Friedrich Nietzsche meinte, es komme immer auf die Perspektive an, aus der man die Dinge sehe. Auch der Erfolg von Start-ups ist eng mit dieser Denke verknüpft.

Statistiken zeigen, dass von zehn Start-ups nach drei Jahren nur mehr zwei am Markt sind. Von diesen verbleibenden zwei ist allerdings nur eines tatsächlich erfolgreich. Was die Kriterien für das Scheitern betrifft, darüber wurde schon viel geschrieben.

Probleme im Team, zu wenig Geld bzw. keine Folgefinanzierungen, kein Durchhaltevermögen oder grobe Fehleinschätzungen des Marktes sind nur einige der Gründe. Alle, die ein Start-up haben, werden dem nur zustimmen können und hoffen, dass sie diese Fahler nicht begehen. Naja, nach drei Jahren sind es dann eben doch nur noch zwei Start-ups, die überlebt haben.

Wir von der Digitalagentur page 84 betreuen schon seit Jahren zahlreiche Start-ups. Auch bei uns haben nicht alle überlebt, aber die Erfolgsquote sieht deutlich besser aus. Neben den oben genannten Gründen gibt es aus unserer Sicht ein weiteres Kriterium, das für den Erfolg bzw. Misserfolg ganz wesentlich verantwortlich ist:

Der Perspektivenwechsel.

Auch hier werden jetzt viele nicken und meinen: „Logisch, unser Produkt bzw. Dienstleistung ist so anders. Unsere Perspektive auf den Markt ist so anders. Unsere Innovation ist so anders.“

Der Perspektivenwechsel, den wir von page 84 meinen, geht wesentlich weiter. Friedrich Nitzsche vertrat die Ansicht, dass es immer auf die Perspektive ankomme. Abhängig von der Gesellschaftsschicht, dem Beruf oder der Religion werden Dinge anders wahrgenommen und beurteilt. Den Perspektivenwechsel, den wir meinen, ist ein ganzheitlicher und bezieht sich nicht nur auf das innovative Produkt oder die Dienstleistung.

Der Perspektivenwechsel muss sich auf den Aufbau der Organisation, den Vertrieb oder auf die Kommunikation beziehen. Eben auf alles. Genau hier liegt aber der Fehler den vielen Start-ups begehen. Ihr Perspektivenwechsel zielt ausschließlich auf das Produkt ab. Abgesehen davon agieren sie wie alt eingesessene Unternehmen. Unflexibel. Starrköpfig. Langweilig. Mutlos.

Start-ups brauchen eine Haltung, welche den Perspektivenwechsel in sich trägt. Diese Haltung muss in allem spürbar sein, was sie tun. Eben auch in der Kommunikation.

Unser Kunde deli dip ist der beste Beweis für so eine Haltung. In vier Jahren gelang es uns die Hummus-Marke zum Marktführer in Ostösterreich zu machen – und das mit einem deutlich geringeren Marketing-Budget als der Mitbewerb. Alles begann mit einem Positionierungs-Workshop in dem wir von der Positionierung, der Haltung des Unternehmens bis hin zur Customer-Journey die Rahmenbedingungen definierten. Basierend darauf schlugen wir eine digitale Content-Strategie ein, die in dieser Konsequenz kein anderes Lebensmittelunternehmen in Österreich je gegangen ist. So produzierten wir zum Beispiel im April 2019 einen Kurzfilm mit Maria Köstlinger und Jürgen Maurer – den Stars der ORF-Serie „Vorstadtweiber“. Flankierend dazu setzten wir einen TV-Spot ein, der wie ein Filmtrailer funktioniert und die Zuseher auf die deli dip Webseite mit dem Kurzfilm führt. Möglich ist das nur, weil die Eigentümer des Unternehmens sich bewusst sind, dass nur mit einer neuen Sicht auf die Kommunikation ein kontinuierliches Wachstum möglich ist.

Diese Offenheit besaßen auch die NEOS als wir sie 2013 mit unserer Kampagne ins Parlament brachten. Als Matthias Strolz 150 Tage vor der Wahl zu uns kam, hatten sie ein Rumpfteam, schienen in keiner Meinungsumfrage auf und hatten ein lächerlich kleines Budget. Die Entscheidung primär auf die digitalen Medien zu setzen, brauchte einen Perspektivenwechsel und Mut. Wie keine andere Partei dominierten wir die digitalen Medien und brachten die NEOS in der Folge mit 5% ins Parlament.

Ein weiteres Beispiel für den Perspektivenwechsel ist unser Kunde BHS Technologies. Das junge Unternehmen aus Innsbruck zeigt, dass der Perspektivenwechsel fundamentaler Bestandteil ihrer Haltung ist. Mit ihrer Produktinnovation, dem ersten RoboticScope der Welt, revolutionieren sie die Mikrochirurgie und lassen die Mitbewerber ziemlich alt aussehen.

Markus Hütter, CEO von BHS Technologies, beschreibt seinen Weg so: „Uns war von Anfang an bewusst, dass wir in allen Belangen anders agieren müssen als die etablierten Unternehmen. Darum war einer unserer ersten Schritte ein Positionierungs-Workshop mit page 84. Damit legten wir die Rahmenbedingungen fest. Darauf folgte ein Kommunikationskonzept mit einem Manifesto in Form eines Videos, das unsere Haltung ausdrückt. Es ist ein Zeichen nach außen – und beinahe noch wichtiger – nach innen. Das treibt uns täglich voran!“

Den gleichen Prozess schlugen wir mit dem Start-up „stapp one“ ein. Dabei handelt es sich um ein Unternehmen, das eine Sensorsohle mit einer dazugehörigen App entwickelt hat. Am Handy kann man so im täglichen Leben seinen Bewegungsablauf ablesen und sehen wie einfach es ist, gesund zu gehen. Auch hier steht eine Haltung im Mittelpunkt. Peter Krimmer, CEO von stapp one, möchte damit einen nachhaltigen Beitrag für die Gesundheit einer immer älter werdenden Gesellschaft leisten. Aus der Position „Ich-profitiere-als-Unternehmen“ nimmt hier stapp one die Perspektive „Wir-als-Gesellschaft-sollen-profitieren“ ein.

So unterschiedlich deli dip, NEOS, BHS Technologies und stapp one auch sind, all diese Organisationen leben den Perspektivenwechsel. Vorschläge mit der Kommunikation neue Wege zu gehen, werden nicht als Bedrohung betrachtet, sondern als Chance und Ausdruck ihrer Haltung.

Natürlich ist ein Perspektivenwechsel nicht nur etwas für Start-ups. Auch wir von page 84 glauben daran. Darum bleiben wir ständig in Bewegung und gehen mit jedem Kommunikationskonzept neue Wege.